Elektronische Musik begeistert mich bereits seit meiner Jugend, die Stadt Köln vielleicht schon seit dem ich Kind bin. Von beidem könnte ich heute stundenlang schwärmen, während mir unzählige Geschichten einfallen würden, die ich sowohl mit der Stadt wie auch mit der Musik verbinde. Es folgen ein paar Impressionen, die ich während der Zeit in der diese Diplomarbeit entstand, fotografisch festhalten konnte.

 

Elektronische Musik an sich interessiert mich also schon sehr sehr lange. Darum dachte ich mir mich diesem Thema im Bezug auf die Stadt Köln mal etwas intensiver zu widmen. Es gab das ein oder andere Buch, Lexika, wissenschaftliche Arbeiten sowie unzählige Zeitungs- und Onlineartikel zu meinem Thema. Ich führte Interviews mit Künstlern, Labelbsitzern, Veranstaltern und vielen mehr. Zunächst fand ich vor allem interessant wie die Geschehnisse in der Vergangenheit begannen. Wie es dazu kam, dass Elektronische Musik überhaupt zum Thema wurde.

Der WDR gründete in den 1950er Jahren das weltweit erste Studio für elektronische Musik in Köln und Karlheinz Stockhausen, der dort forschte und in den 1960ern das Studio leitete, galt bis zu seinem Tod 2007 als einer der bedeutendsten Komponisten elektronisch erzeugter Klänge. Mit den Jahren entwickelte sich nicht nur die Technik immer weiter, auch viele Künstler sprangen auf den Zug elektroakustische/ elektronische Musik zu spielen auf. Die Band CAN aus Köln wurde neben Kraftwerk aus Düsseldorf über die nationalen Grenzen hinaus zu einer der wichtigsten Vertreter psychedelischer Rockmusik. Mit der Zeit entstand eine richtige Szene. Natürlich nicht nur in Köln, aber das Rheinland an sich war schon sehr stark beinflusst. Immer mehr wollten mit diesem speziellen Sound experimentieren. Plattenlables (wie z.B. Harvest/EMI, A-Musik, Profan, Kompakt, Sonig, Treibstoff, …) wurden reaktiviert oder entstanden komplett neu, erste Clubs öffneten (42.DP, Rave Club, Warehouse, …), verschiedene Events (Popkomm, Elektro Bunker, Warehouse, Psychothrill, Total Confusion, …) fanden plötzlich in geregelten Abständen statt. Den Höhepunkt hinsichtlich elektronischer Musik hatte Köln in den 1990er Jahren, so erzählte mir u.a. Tobias Thomas vom Komapkt Label (heute auch manager bei c/o pop) in einem Interview. Zu dieser Zeit entstand sogar eine eigene Stilrichtung elektronischer Musik, der »Sound Of Cologne«, der minimalistisch geprägt war und sogar international gefeiert wurde. Heute steht hinter diesem Begriff eine Organisation/ein Unternehmen, das sich mit der gesamten Entwicklung der Kölner Musikszene beschäftigt und diese fördert.

Neben den Geschehnissen, die teilweise Jahrzehnte zurücklagen, wollte ich wissen, wie es heute in Köln bezüglich elektronischer Musik ausschaut. Aus diesem Grund führte ich auf der einen Seite Interviews mit einigen Akteuren, die im direkten Zusammenhang mit elektronischer Musik aus Köln standen. Wie z.B. mit Labelinhabern, Djs, Live-Künstlern, Veranstaltern, aber auch mit Eventbesuchern, den eigentlichen Empfängern dieser Musikrichtung. Auf der anderen Seite war es mir wichtig die Aktualiät des Themas irgendwie greifbar zu machen. Mit einer Onlineumfrage versuchte ich herauszufinden, was die Menschen überhaupt zu meinem Thema zu sagen hatten, was sie wohlmöglich interessant finden und wie sich elektronische Musik auf Ihr Verhalten auswirkt. Neben dieser Umfrage war ich natürlich auch selbst auf Tour, besuchte zahlreiche Events und konnte mir nicht nur fotografisch einen umfassenden Eindruck verschaffen. Es wurden teilweise lange, intensive Nächte, aber auch tagsüber ließen sich interessante Erkenntnisse ausmachen.

Zusammenfassend blicke ich zurück auf mehrere hundert Fotos, unzählige Texte, eine überdimensionale große Datenbank an gesammelten Information, vor allem durch meine Onlineumfrage, an der ca. 400 Personen teilnehmen. (Ich konnte bei weitem nicht alles auswerten, wonach ich gefragt hatte.) Nun stand ich irgendwann vor dem Punkt mich entscheiden zu müssen, wie ich mit meinen Informationen umgehen will, auf welche Weise ich sie in meine gestalterische Arbeit einfließen lassen möchte. Da der Großteil aller gesammelten Informationen, bis auf den historischen Part (Texte aus dem WWW, Zeitschriften und Büchern) weitestgehend Fakten in Form von Zahlen, Werten, Namen oder Begriffen enthielt, entschloss ich mich den Charakter meiner Abschlussarbeit einer Statistik bzw. einer datenabhängigen Auswertung ähneln zu lassen. Ziel war es visuell interessante Informationsgrafiken zu entwickeln. Ich erschloss mehrere Themengebiete und war der Meinung, eine Plakatreihe würde die Inhalte meiner Abschlussarbeit demnach am allerbesten präsentieren. Im Endeffekt bin ich froh, dass ich es so umsetzen konnte.

Folgende Abbildungen zeigen die Idee, die mir kam, um meine Plaktereihe in Form einer Ausstellung überall bekannt zu machen. Farbige, lichtdurchlässige Plakate. Vorderseitig normal und rückseitig spiegelverkehrt, schwarz bedruckt. Der Clou dieser lichtdurchlässigen Plakate (zum Mitnehmen auch auf DIN A5 zusammenfaltbar), ist, dass man sie erst bei ausreichendem Hintergrundlicht wie z.B. bei direkter Sonneneinstrahlung oder an Glasscheiben lesen kann, da die Rückseiten jeweils spiegelverkehrt bedruckt wurden und so das Licht nur an bestimmten Stellen abgefangen/ durchgelassen wird.